15.3.2026 Ohne Stau reisen wir zunächst nach Hannover, um dort unsere Familie in Altwarmbüchen und in Garbsen zu besuchen. Wir freuen uns besonders über unsere süße Großnichte, die schon fast 3 Jahre alt ist. Abends werden wir bei Irmtraut und Gerd verwöhnt, und wir haben in einer Nebenstraße auch eine ruhige Nacht.16.3.2026 Nach einem schönen Frühstück mit Irmtraut und Gerd fahren wir etwa eine Stunde um Deister und Süntel herum bis nach Bad Pyrmont. Dort finden wir an der Hufeland-Therme einen guten Stellplatz (für 7 € plus 6 € Kurtaxe). Wir laufen in den renomierten Kurort, der seine Blütezeit aber eher vor 100 Jahren hatte, als auch Manfreds Großeltern einen Ausflug hierher machten. Heute prägt den Ort einiger Leerstand und verfallende Bausubstanz. Das wechselhafte Wetter mit Regenschauern und 4,5 Grad treibt uns zunächst zu einem chinesischen Mittagstisch und dann zurück zur Therme, wo wir bei sehr angenehmen Temperaturen den Nachmittag verbringen.17.3.2026 Von Bad Pyrmont sind es nur gut 30 km zu den Externsteinen im Teuteburger Wald. Besucherzentrum und Aufstiegsmöglichkeiten sind zwar geschlossen, aber wir bekommen doch einen schönen Eindruck von den bis zu 40 m hohen Sandsteinfelsen. Weiter geht es etwa 15 km zum Hermannsdenkmal, das 1875 zu Ehren des Cherusker-Fürsten Arminius eingeweiht wurde. Dieser eingedeutscht „Hermann der Cherusker“ genannte Feldherr hatte im 9. Jahrhundert nach Christus in der Varus-Schlacht drei römische Legionen vernichtet und damit die Expansion des Römischen Reiches gestoppt. Die letzte heutige Etappe über 35 km bringt uns in die Hansestadt Herford. Wir finden dort einen sehr guten Stellplatz an der H2O-Therme. Am Nachmittag bringen wir noch ein eBay-Päckchen mit zwei Waggons auf den Weg (der Käufer hat sehr verzögert gezahlt) und erkunden dann die Altstadt von Herford und das Stadtmuseum.18.3.2026 Mit viel Sonnenschein laufen wir am Vormittag zum Museum Marta Herford. Marta Herford wurde am 1. April 1897 als erste Tochter des hiesigen Landesfürsten geboren und heiratete später den Nähmaschinenfabrikanten Hermann Friedrich Singer. Im Volksmund behielt sie aber immer ihren Geburtsnamen bei. Ihr Wohlstand erlaubte ihr, zur Mäzenin zahlreicher Künstler und zur Kunstsammlerin zu werden. Ihr großes soziales Engagement, insbesondere mit der Gründung der bekannten Herforder Suppenküche, führte dazu, dass sie 2005 postum zur Ehrenbürgerin der Stadt Herford ernannt wurde. Auch das neue, von Frank Gehry entworfene Museum der Stadt wurde nach ihr benannt und beherbergt heute den größten Teil ihrer beeindruckenden Sammlung. … Wer‘s glaubt! 😂 … Ein alternativer Fakt wäre, dass MARTa sich einfach aus M für „Museum“, ART für „Kunst“ und A für „Architektur“ zusammensetzt. Jedenfalls gefällt uns dieses Museum für zeitgenössische Kunst gut, und die Cafeteria bietet auch sehr leckeres Essen. Nachmittags machen wir noch eine kleine Radtour am Flüsschen Werre entlang ins nur 6 km entfernte Bad Salzuflen. Der Kurort ist – ganz anders als Bad Pyrmont – sehr lebhaft und zeigt keine Spuren von Verfall. Es gibt einen schönen Kurpark, einige Gradierwerke, ein Kurhaus mit Live-Musik, eine hübsche Altstadt und viele schöne Fachwerkhäuser.19.3.2026 Nach unserem persönlichen Ölpreisschock beim Tanken fahren wir heute etwas länger und parken nach gut zwei Stunden Fahrt in Papenburg auf einem kleinen, sehr zentral gelegenen Stellplatz ein. Die kleine Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern ist nur etwa 400 Jahre alt und entwickelte sich vor allem durch den Abbau von Torf, der als Brennstoff gebraucht wurde, und durch den Schiffsbau. Am Nachmittag erkunden wir den hübschen Ort mit seinen niederländisch anmutenden Kanälen und Windmühlen.20.3.2026 Heute vertiefen wir das Thema Schiffsbau und besuchen die Meyer Werft, einen der drei weltweit größten Erbauer von Kreuzfahrtschiffen. Zum Beispiel sind hier die meisten Aida- und Disney-Schiffe gebaut worden. Die gebuchte Tour startet gleich in der Nähe unseres Stellplatzes. Mit dem Bus werden wir unter sachkundiger Führung zunächst die wenigen Kilometer zum und dann auch über das Werksgelände gefahren. Wir lernen die Geschichte des Privatunternehmens und die Bauweise der Ozeanriesen mit inzwischen über 6.000 Passagieren kennen. Wir dürfen auch einen kurzen Blick in die Werfthallen erhaschen. Es ist eine insgesamt sehr informative und interessante Besichtigung!21.3.2026 Wir verlassen Papenburg und fahren gut 40 km an die Mündung der Ems in den Dollart. Im kleinen Ort Ditzum parken wir auf dem Wohnmobilstellplatz Ankerplatz ein. Ein erster Rundgang durch den kleinen Ort bringt uns an eine Mühle und zum Fährhafen. Leider hat die Fähre, mit der wir von hier nach Emden fahren wollten, noch Winterpause. Wir werfen nur noch aus der Ferne einen kurzen Blick auf das Sperrwerk an der Ems und verbringen den Tag ansonsten gemütlich im Wohnmobil.22.3.2026 Es ist Sonntagsausflugswetter mit viel Sonne, und wir machen eine Radtour am Deichfuss der Ems entlang durch eine schöne, unaufgeregte Landschaft. Erster Halt ist am Emssperrwerk, und nach gut 12 km haben wir bereits den Ort Jengum erreicht. Dort findet heute ein Mühlenfest statt, was uns Gelegenheit zur Besichtigung der Mühle und zu einem Imbiss gibt. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch den ziemlich schiefen Glockenturm der Kirche in Midlum an. Fast alle Gebäude hier sind übrigens mit Klinkersteinen gebaut, einfach weil das Material dafür hier vor Ort verfügbar war. Den Rest des Nachmittags genießen wir in der Sonne vor dem Wohnmobil.23.3.2026 Wir fahren zunächst gut 20 km nach Leer und besichtigen dort die hübsche Altstadt mit dem Bünting-Teemuseum. Nach einem kleinen Imbiss mit Blick auf das Hafenbecken von Leer fahren wir etwa 40 km weiter nach Emden. Dort können wir an der Friesen-Therme kostenfrei parken (Strom gibt es am Automaten für ein paar Münzen), und wir nutzen den Rest des Tages für ein paar Saunagänge. Die Therme ist zwar etwas kleiner und beschaulicher als gewohnt, aber sie gefällt uns sehr gut.24.3.2026 Von unserem Stellplatz an der Friesen-Therme laufen wir nur gut 10 Minuten zur Kunsthalle Emden, die auf einer Stiftung von Henri und Eske Nannen basiert und einen sehr guten Ruf hat. Aktuell ist dort eine Ausstellung von Werken des Armin Müller-Stahl (geb. 1930) zu sehen, den die meisten nur als herausragenden Schauspieler kennen. Wir sind sehr positiv überrascht von der Qualität und Aussagekraft der Bilder dieses so vielseitig begabten Künstlers, der heute als 95-Jähriger an der Ostsee lebt. Nach dem Museumsbesuch erkunden wir noch ein wenig die Emdener Altstadt mit ihrem Hafenbecken. Beim Essen sondieren wir dann die Wetteraussichten. Da wir keine Lust haben, bei Wind, Kälte und Regen weiter an die Nordsee zu fahren, beschließen wir, uns auf den Heimweg zu machen. Nach etwa 270 km und einer Tankfüllung für 2,259 €/l (!) steuern wir den WoMo-Platz an der Marina von Bergkamen an und verbringen dort einen gemütlichen Abend.25.3.2026 Am Vormittag fahren wir die letzten 276 km bis nach Hause. Bei einem kurzen Zwischenstopp an der Autobahnkirche Siegerland (an der A 45) sehen wir sehr gute, interessante Architektur! Damit schließen wir diese Frühjahrsreise ins Emsland ab, bei der wir wieder viele schöne Dinge erleben durften. Bei alledem: Wir freuen uns auf den Sommer!!!