8.11.2025 Gegen 11:30 h starten wir unsere Herbsttour. Über die Autobahn kommen wir zunächst gut voran, dann wird es wegen einiger Straßensperrungen etwas kompliziert. Aber wir bahnen uns wie die Sonne unseren Weg durch den Nebel und genießen die Blicke auf die Mosel. Um 14 h erreichen wir den Parkplatz der Burg Eltz. Auch wenn das prächtige Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert saisonbedingt geschlossen ist, machen wir unseren Rundgang und genießen den Anblick. Anschließend fahren wir auf den Wohnmobilstellplatz in Andernach, wo wir gerade noch einen Platz bekommen. Später erkunden wir noch den Ort samt Drehkran, Stadttor und Marien-Dom, dann lassen uns im „Merowingerhof“ mit einem sehr guten Essen verwöhnen.9.11.2025 Von Andernach aus ist es nur eine halbe Stunde Fahrt bis Maria Laach. Wir besichtigen das Benediktiner-Kloster, dessen Abteikirche, eine romanische Pfeilerbasilika, uns sehr gut gefällt. Darum herum drappieren sich umfassende marktwirtschaftliche Aktivitäten samt Souvenirladen, Gartencenter, Hofladen und Restaurant (mit Currywurst 😋). Nochmals eine halbe Stunde Fahrt bringt uns nach Bad Neuenahr-Ahrweiler auf den Stellplatz „Ahrtor“. Hier ist man am Fluss noch sehr mit der Beseitigung von Flutschäden beschäftigt, aber die Altstadt von Ahrweiler ist sehr schön. Nach einer kleinen Shopping-Episode laufen wir durch wunderbare Laubfärbung der Weinberge zum Regierungsbunker. Dort nehmen wir an einer hervorragenden Führung unter besonderer Berücksichtigung des Datums 9. November teil. Super interessant!10.11.2025 Wir bleiben einen entspannten Tag auf unserem Stellplatz an der Ahr und planen die nächsten Etappen unserer Reise. Dabei stellen wir fest, dass hier in dieser Jahreszeit doch nur wenige Stellplätze geöffnet sind! Am Nachmittag machen wir einen kleinen Rundgang durch die bunten Weinberge und schauen uns die Kirche St. Laurentius in Ahrweiler an.11.11.2025 Nach kurzer Fahrt parken wir vor der Theme Euskirchen ein. Es wird für uns ein entspannter Thermentag, obwohl viele Menschen wegen des Karneval-Starts hier im Rheinland frei hatten und die Therme deswegen recht voll war. Das Foto ist von der Webseite der Therme.12.11.2025 Wir folgen weiter der A61 und machen nach gut 80 km Halt am Aussichtspunkt Jackerath am Tagebau Garzweiler. Uns bietet sich ein beeindruckender Ausblick auf eine der drei großen Stätten für den Braunkohleabbau im Ruhrpott. Anschließend geht es nochmal 30 km weiter zum Museum Insel Hombroich. Bei Sonnenschein genießen wir den Rundgang durch den Landschaftspark mit einigen von Erwin Heerich entworfenen „begehbaren Skulpturen“ und Ausstellungsräumen. Im Eintrittspreis ist sogar ein Imbiss in der Cafeteria enthalten. Nachmittags laufen wir zur Langen Foundation, wo eindrucksvolle Avatar-Filme gezeigt werden, und wir werfen noch einen kurzen Blick auf die auf andere Art beeindruckende ehemalige NATO-Raketenstation Hombroich. Für die Nacht fahren wir schließlich auf einen sehr schönen privaten Stellplatz in Kapellen, den wir vor zwei Tagen reserviert haben.13.11.2025 Es ist nur eine gute halbe Stunde Fahrt zum Haus Piwipp am Rhein bei Dormagen. Wir stehen dort sehr schön (und kostenfrei) am Rhein. Nach dem Mittagessen im Gasthaus Piwipp machen wir bei Sonnenschein eine kleine Radtour am Rhein entlang und nach Zons. Dort gibt es außer einem Rewe (auch das muss sein) eine ansehliche Stadtmauer samt Windmühle und einen Zollturm. Rechtzeitig zum Abendessen treffen dann unsere Marokko-Freunde aus Düsseldorf, Angelika und Andreas, ein. Sie haben dieses Treffen spontan möglich gemacht, und wir haben zusammen einen wunderbaren Abend!14.11.2025 Nach einem gemütlichen Frühstück mit Angelika und Andreas fahren wir richtig weit (62 km!) bis nach Essen-Werden. Der Campingplatz hat längere Mittagspause, aber wir können unser WoMo davor abstellen und laufen dann eine knappe Stunde, großteils an der Ruhr entlang, zur Villa Hügel. Dieses etwas monströse Familienquartier der Familie Krupp ist sicher kein wesentlicher Beitrag zur Architekturgeschichte, aber die Ausstellung vermittelt doch viele interessante Einblicke in die Beiträge der Familie zur deutschen (Industrie-)Geschichte. Zurück am Campingplatz können wir einchecken, unsere Systeme auffrischen und einen guten Platz für die nächsten drei Nächte beziehen. Es ist sooo früh dunkel, und wir haben gar keine Hemmungen, bereits um kurz nach fünf zum Abendessen bei der Pizzeria vor Ort einzukehren.15.11.2025 Mit dem Bus fahren wir ins Stadtzentrum von Essen. Dort tobt bereits der Weihnachtsmarkt! Am Rand der großen Einkaufszone besuchen wir ein griechisches Restaurant, und dann schweifen wir mit Erinnerungen an das Spielzeug unserer Kinder (StarWars & Co.) durch den hiesigen Lego Store, für uns auch eine Art Museum. In einem Modehaus stöbern wir durch die Abendkleider, die frau bei einer der vielen Hochzeiten 2026 tragen könnte (und werden sogar fündig). Schließlich laufen wir zum Hauptprogrammpunkt für heute, dem Museum Folkwang. Die dank Krupp-Stiftung eintrittsfreie Dauerausstellung bietet zahlreiche hervorragende Werke der klassischen Moderne, darunter van Gohgs „Rhonebarken“ von 1888, ein „Helm“, fünf Glitzerplaneten und Manfreds Favorit dieses Museumsbesuchs: Josef Enselings Bronzeporträt „Mondscheinsonate“ von 1919.16.11.2025 Eine gute Stunde brauchen wir, um mit dem hiesigen ÖV die Zeche Zollverein zu erreichen. Um 12:45 h beginnt unsere zweistündige Kombiführung durch das UNESCO-Welterbe. Wir sehen beeindruckende Industrieanlagen, die lange Zeit eine wichtige Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs in unserem Land waren. Und wir lernen sehr viel über die Technik zur Förderung und Aufbereitung der Steinkohle hier im Ruhrgebiet. Dabei vergessen wir ein wenig das gruselige Wetter mit 8 Grad und Sprühregen, was uns dann auf dem Rückweg mit nicht ganz perfektem ÖV-Angebot wieder einholt. Ein Gläschen Glühwein und ein gemütliches Raclette-Essen im Wohnmobil machen aber alles wieder gut … 😌.17.11.2025 Nach dem Auffrischen unsere Systeme einschließlich Gasflaschenwechsel auf dem Stellplatz in Essen-Werden fahren wir bei weiterhin lausigem Wetter zur Niederrhein-Therme in Duisburg. Knapp 4 Stunden lassen wir es uns in dem betagten Ambiente dieses Solebads gut gehen. Anschließend fahren wir weiter nach Oberhausen auf den Stellplatz Kaisergarten, wo wir den Rest des regnerischen Tages im Wohnmobil verbringen. Übrigens: Ein großer Vorzug dieser Reise sind die kurzen Distanzen. Heute sind wir gerade mal 52 km gefahren, und wir mussten auf der gesamten Reise noch nicht tanken.18.11.2025 Gut 20 Minuten Fußweg sind es von unserem Stellplatz zum Gasometer Oberhausen. Wir besuchen die dortige Ausstellung „Planet Ozean“ und sind vom Trubel, vor allem durch viele Schulklassen, und von den niedrigen Temperaturen im Gasometer (gefühlt knapp über dem Gefrierpunkt) überrascht. Nichtsdestoweniger ist es eine interessante Ausstellung mit unglaublichen Fotos des Meereslebens und einer großartigen Filmprojektion in der offenen Gasometerhalle. Wir nehmen auch den Aufzug zum 110 m hohen Dach des Gasometers, aber Regen, Wind und Kälte treiben uns rasch wieder nach unten. Ziemlich durchgefroren laufen wir anschließend zum „Centro Oberhausen“, dem größten Einkaufszentrum in Deutschland. Beim Aufwärmen üben wir uns in wirtschaftsförderndem Konsumverhalten, ein paar Kleidungsstücke und wenige weiße Mäuse von Haribo geraten in unseren Besitz. Es ist schon dunkel, als wir mit einem letzten Blick auf den Gasometer zurück zum Wohnmobil laufen.David Schnell: Orange, 2009Anselm Kiefer: Sternenlager IV, 1998Ein Kunst-U-Boot als Ausstellungsfläche … leider geschlossen.19.11.2025 Das VRR-Ticket für die Fahrt nach Duisburg ist über die App vorgebucht, und wir brauchen nur eine gute halbe Stunde bis zum Hauptbahnhof Duisburg. Wir gönnen uns erstmal in einem Café ein Frühstück und laufen dann 20 Minuten durch den Regen zum Museum Küppersmühle, das in einem ehemaligen Getreidesilo am Duisburger Innenhafen untergebracht ist. Dank ADAC-Mitgliedschaft bekommen wir Ermäßigung auf den Eintrittspreis und freuen uns dann über die gelungene Ausstellung deutscher Nachkriegskunst mit hervorragendem Audioguide per Handy. Auch die Treppenhäuser des Museums, die 2021 mit dem Erweiterungsbau durch Herzog & de Meuron entstanden sind, sehen wir ganz klar als Kunstwerke an. Nach gut drei Stunden ist die maximale Tagesdosis an Eindrücken erreicht, und nach Kaffee und Kuchen im benachbarten Restaurant machen wir uns Kunst-voll auf den Rückweg.20.11.2025 Bei Sonnenschein nehmen wir Abschied vom Ruhrgebiet und fahren die A2 gut 100 km nach Osten. Unser Ziel ist das Back- und Brauhaus Pott‘s in Oelde, eine „gläserne Erlebnisbrauerei“, die auch einen Wohnmobil-Stellplatz hat. In der dortigen Metzgerei bekommen wir frisches Brot und Wurst für unser Mittagessen im Wohnmobil. Nachmittags geht es zum benachbarten Damenmode-Outlet von OPUS. Und am Abend freuen wir uns sehr, dass unsere Marokko-Freunde Sigrid und Gerd aus Rietberg dazukommen und mit uns einen sehr schönen Abend im Brauhaus-Restaurant verbringen. Es ist sehr kalt geworden, und es zieht uns in Richtung Trautheim …21.11.2025 Staufrei und mit einer nur kurzen Pause können wir die 350 km von Oelde nach Hause über die A 2, A 1 und A 3 in gut 4 Stunden fahren. Es war wieder eine sehr schöne Reise mit vielen neuen Eindrücken. Die Thermen waren nicht so imposant, aber es gab viele andere Highlights, wie die Burg Eltz, den Regierungsbunker, das Museum Insel Hombroich, die Zeche Zollverein, das Museum Küppersmühle und natürlich die beiden Treffen mit unseren „Marokko-Freunden“!